Webseite für KMU: die 12-Punkte-Checkliste vor dem Start
Die meisten Webprojekte verzögern sich nicht an der Technik, sondern an zwölf Kleinigkeiten, die niemand vorher geklärt hat. Diese Liste gehe ich mit jedem Kunden durch – hier ist sie komplett, zum Abhaken.
Eine Webseite ist schnell gebaut, wenn die Grundlagen da sind. Fehlen sie, wartet das Projekt Wochen auf «das Logo in gross», auf die Entscheidung über die Domain oder auf den Impressumstext. Darum hier die Checkliste, die ich vor jedem Bau abfrage. Du kannst sie direkt für dein Projekt nutzen – egal, ob du mit mir oder mit jemand anderem baust.
1 · Ziel und Zielgruppe in einem Satz
«Die Seite soll, dass Leute aus der Region anrufen und eine Offerte anfragen.» Oder: «Tische reservieren.» Oder: «Online bestellen.» Ein Satz, eine Handlung. Alles auf der Seite – vom Hero bis zum Footer – wird auf diese Handlung hin gebaut. Wer drei Ziele gleichzeitig will, bekommt eine Seite, die keines erreicht.
2 · Domain: kurz, merkbar, die richtige Endung
Für Österreich gilt: die .at-Domain ist Standard; .com nur, wenn du international verkaufst. Kurz, ohne Bindestrich-Orgien, so geschrieben, wie man es am Telefon buchstabiert. Prüfe, ob der Name auf Social Media frei ist und ob er als Mailadresse taugt (info@…).
Wenn du schon eine Domain hast: Zugangsdaten zum Registrar bereitlegen. Das ist der häufigste Stolperstein beim Go-Live – nicht die Technik, sondern das vergessene Passwort zum Domain-Konto von 2016.
3 · Logo und Farben – oder der Entscheid, sie bauen zu lassen
Ein Logo als Vektor (SVG/PDF) oder wenigstens als grosses PNG ohne Hintergrund. Farben als Hex-Werte, falls du einen Styleguide hast. Hast du kein Logo: Entscheide dich früh, ob es eins braucht – ich baue auf Wunsch ein Branding-Paket, aber das muss vor dem Seitenbau stehen, nicht danach.
4 · Die Eckdaten zu deinem Business
- Leistungen in Stichworten – was genau, für wen, in welchem Gebiet.
- Was dich von den drei Betrieben unterscheidet, die deine Kundschaft sonst noch anruft.
- Preise oder Preisrahmen, wenn du sie zeigen willst (Transparenz bringt Anfragen).
- Öffnungszeiten, Standorte, Einsatzgebiet mit Ortschaften.
- Teamnamen und Rollen, falls das Team gezeigt werden soll.
5 · Bilder: eigene Fotos schlagen alles
Handyfotos von echten Baustellen, dem echten Lokal, dem echten Team sind Stockfotos immer überlegen – sie werden geglaubt. Sammle 10–20 Bilder in bester verfügbarer Auflösung. Wo nichts da ist, arbeite ich zum Start mit passenden generierten oder lizenzierten Bildern und tausche später aus.
6 · Kontaktwege: wie soll die Kundschaft zu dir kommen?
- Telefonnummer, die auch abgenommen wird (oder eine Ansage mit Rückruf-Versprechen).
- WhatsApp als Kanal – ja oder nein? Für Handwerk, Friseur, Coaching und Gastro ist es der Kanal, der am meisten Anfragen bringt.
- Angebot- oder Anfrageformular: welche Felder brauchst du wirklich? Weniger ist mehr.
- Mailadresse, auf die jemand schaut. Nicht die private Hotmail von früher.
7 · Impressum und Datenschutz (Österreich)
In Österreich gelten Impressumspflicht nach § 5 ECG und Offenlegungspflicht nach § 25 MedienG: Firmenname, Rechtsform, Sitz, Kontakt, Unternehmensgegenstand, gegebenenfalls Firmenbuchnummer, UID und Kammerzugehörigkeit.
Die DSGVO verlangt eine vollständige Datenschutzerklärung: Zwecke, Rechtsgrundlagen, Empfänger, Speicherdauer – auch für Kontaktformular, Analytics, Maps, Fonts und WhatsApp.
Für Cookies und Tracking, die nicht technisch notwendig sind, brauchst du eine echte Einwilligung (Banner mit Ablehnen-Option auf gleicher Ebene). Wer cookiefrei misst, braucht keinen Banner.
8 · Google Business Profile anlegen oder aufräumen
Für lokale Betriebe ist der Google-Eintrag oft wichtiger als die Webseite selbst – er erscheint in Maps und im «lokalen Dreierpack». Vor dem Seitenbau: Eintrag beanspruchen, verifizieren, Kategorie, Öffnungszeiten, Fotos. Die Webseite verlinkt dann dorthin und zurück, und die Daten (Name, Adresse, Telefon) stimmen überall exakt überein.
9 · Bewertungen sammeln – jetzt, nicht später
Fünf echte Google-Bewertungen auf der Seite wirken mehr als jeder Werbetext. Schreib zufriedenen Kundinnen und Kunden heute eine kurze Nachricht mit deinem Bewertungslink. Bis die Seite fertig ist, hast du etwas zum Zeigen.
10 · Struktur: One-Pager oder mehrere Seiten?
Ein klares Angebot, lokale Kundschaft, Anfragen als Ziel: One-Pager (ab 99 €). Mehrere Leistungen, mehrere Orte, Google-Sichtbarkeit pro Thema: Mehrseiter (ab 299 €). Shop: eigene Liga (ab 599 €). Entscheide das vorher – ein One-Pager lässt sich später erweitern, aber der Plan sollte stehen.
11 · Technik, Hosting und Business-Mail
- Wer hostet, wer zahlt die Domain, wer hat die Zugänge? Eine Person, ein Ordner mit Zugangsdaten.
- Business-Mail (name@deinedomain) gehört dazu – z. B. Zoho oder der Mailanbieter deines Registrars kosten wenig und wirken professionell.
- SSL (https) ist Pflicht und heute Standard; Sitemap und robots.txt gehören zum Build, nicht zur Kür.
- Tracking: cookiefrei messen reicht für KMU vollkommen – wer kommt woher, welche Seiten, welches Gerät.
12 · Pflege-Plan: wer macht was nach dem Go-Live?
Preise ändern, neues Teammitglied, Ferienzeiten, neue Fotos: Wer kümmert sich, und auf welchem Weg? Entweder du pflegst selbst (CMS) oder du schickst mir kurz eine Nachricht (bei Hosting & Wartung ab 19 € pro Monat inklusive kleiner Änderungen). Beides ist gut – schlecht ist nur «niemand», denn nichts schadet mehr als eine Seite mit Öffnungszeiten von 2023.
Pflege-Rhythmus, der sich bewährt hat
- Wöchentlich: Anfragen beantwortet? Bewertungen beantwortet? Ein Foto oder Beitrag im Google-Profil.
- Monatlich: Öffnungszeiten, Preise, Team prüfen; Search-Console-Blick; eine Kundenfrage als neuer Abschnitt.
- Quartalsweise: Referenzen und Fotos ergänzen, veraltete Aktionen entfernen, Impressum/Datenschutz auf Änderungen prüfen.
- Jährlich: Domain und Mail verlängert? Zugänge dokumentiert? Lohnt sich eine neue Unterseite für eine Leistung, die gewachsen ist?
Bonus · Foto-Briefing für dein Handy (20 Minuten)
- Aussenansicht mit Schild oder Fahrzeug – bei Tageslicht, gerade gehalten.
- Drei Bilder vom Arbeiten: Hände, Werkzeug, Resultat. Keine gestellten Posen.
- Team oder du selbst, freundlich, vor ruhigem Hintergrund – das wird das Bild, dem Kundschaft vertraut.
- Vorher/Nachher, wenn deine Branche es hergibt (Handwerk, Reinigung, Garten, Kosmetik).
- Details, die Qualität zeigen: saubere Kanten, Verpackung, Präsentation, Material.
- Querformat, höchste Auflösung, kein Filter. Den Rest (Zuschnitt, Farbe, Komprimierung) übernehme ich.
Die Liste kompakt zum Abhaken
- Ziel-Satz · Domain + Zugang · Logo/Farben · Eckdaten · 10–20 eigene Fotos · Kontaktwege · Impressum/Datenschutz · Google Business · 5 Bewertungen · Struktur-Entscheid · Hosting/Mail/Zugänge · Pflege-Plan.
- Wenn diese zwölf Punkte stehen, baue ich deine Seite in fünf Werktagen – und zwar ohne Nachfragen, die Wochen kosten.
Häufige Fragen
Was brauche ich mindestens, damit der Bau starten kann?
Logo (oder den Entscheid, eines bauen zu lassen), Eckdaten zum Business und die Domain-Frage geklärt. Texte und Bilder übernehme ich – eigene Fotos sind willkommen, aber kein Muss.
Muss ich Impressum und Datenschutz selbst schreiben?
Nein. Ich baue beides passend zu Österreich ein und fülle es mit deinen Firmendaten. Bei besonderen Konstellationen (Heilberufe, Finanz, Kinder) empfehle ich zusätzlich einen kurzen Blick deiner Rechtsberatung.
Was ist der häufigste Grund, warum Webprojekte stocken?
Fehlende Zugänge (Domain, Google-Konto) und der Satz «ich schick dir die Texte nächste Woche». Darum übernehme ich Texte selbst und frage Zugänge am ersten Tag ab.
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